Anweiden
Schrittweise Gewöhnung des Pferdes an frisches Weidegras, um Futterumstellung und Grasaufnahme kontrolliert zu gestalten.
Anweiden bezeichnet die schrittweise Gewöhnung eines Pferdes an frisches Weidegras nach einer Phase mit wenig oder keinem Graszugang. Im Frühjahr verändert sich damit nicht nur die Futtermenge, sondern auch die Zusammensetzung der Ration. Frisches Gras enthält viel Wasser und kann je nach Wachstum, Wetter und Pflanzenbestand deutlich andere Zucker- und Nährstoffgehalte aufweisen als Winterraufutter.
Die Weidezeit wird deshalb nicht abrupt von null auf mehrere Stunden erhöht. Ein langsamer Aufbau gibt Verdauung und Fressverhalten Zeit, sich anzupassen. Besonders bei leichtfuttrigen Pferden, Ponys oder Tieren mit Stoffwechselproblemen muss die Grasaufnahme individuell begrenzt werden. Auch Tageszeit, Witterung und Zustand der Weide können dabei relevant sein.
Anweiden ist keine starre Minutenformel für jedes Pferd. Körperzustand, Vorerkrankungen, bisherige Ration und Grasangebot bestimmen das Vorgehen. Parallel sollte ausreichend geeignetes Raufutter verfügbar bleiben. Ziel ist eine kontrollierte Futterumstellung, nicht möglichst schneller ganztägiger Weidegang. Bei Risikopferden kann zusätzlich eine zeitliche Begrenzung oder eine pferdegerecht angepasste Fressbremse Teil des Managements sein.
