Fresspause
Zeitraum ohne verfügbares Raufutter, der bei Pferden wegen ihres langandauernden natürlichen Fressverhaltens in die Fütterungsplanung gehört.
Als Fresspause wird in der Pferdehaltung die Zeit bezeichnet, in der einem Pferd kein faserreiches Futter zum Kauen zur Verfügung steht. Der Begriff ist besonders bei rationierter Heufütterung wichtig, weil Pferde von Natur aus über viele Stunden verteilt kleine Mengen rohfaserreicher Nahrung aufnehmen. Sehr lange Unterbrechungen passen daher schlecht zu ihrem typischen Fressverhalten.
Wie lang eine Pause tatsächlich ist, hängt nicht nur vom Fütterungszeitpunkt ab. Entscheidend ist auch, wie schnell das Pferd seine Portion frisst, ob Weidegras verfügbar ist und ob geeignete Futterangebote in der Gruppe für alle Tiere erreichbar sind. Ein großer Heuberg kann deshalb trotz ausreichender Tagesmenge früh aufgefressen sein.
Fresspausen werden bei der Planung einer Raufutterration gemeinsam mit Körpergewicht, Energiebedarf und Haltungsform betrachtet. Hilfsmittel zur langsameren Aufnahme können sinnvoll sein, müssen aber sicher und pferdegerecht eingesetzt werden. Ziel ist kein pausenloses Überangebot, sondern eine bedarfsgerechte Versorgung mit möglichst natürlicher Verteilung über den Tag. Besonders in Gruppen muss außerdem geprüft werden, ob rangniedrige Pferde tatsächlich ausreichend lange Zugang zu den vorgesehenen Futterstellen haben.
