Kavalleriepferd
Für berittene militärische Truppen ausgewähltes und ausgebildetes Pferd, dessen Anforderungen je nach Kavallerie- und Einsatzform variierten.
Als Kavalleriepferd wird ein Pferd bezeichnet, das für berittene militärische Truppen ausgewählt und ausgebildet wurde. Je nach Zeit, Land und Truppengattung unterschieden sich die Anforderungen deutlich. Leichte Kavallerie benötigte andere Pferdetypen als schwere Reiterei, Artillerie oder militärischer Transport.
Ein geeignetes Kavalleriepferd musste belastbar, nervenstark und unter wechselnden Bedingungen kontrollierbar sein. Marschleistung, Fütterung, Hufpflege und die Fähigkeit, in größeren Verbänden zu arbeiten, waren ebenso wichtig wie reine Schnelligkeit. Junge Armeepferde wurden häufig als Remonten angekauft und anschließend systematisch an militärische Aufgaben gewöhnt.
Die Geschichte des Kavalleriepferdes zeigt, wie eng Pferdezucht, staatliche Gestüte und Militär über lange Zeit miteinander verbunden waren. Mit Motorisierung und mechanisierten Streitkräften verlor die berittene Kavallerie im 20. Jahrhundert ihre frühere militärische Bedeutung. Viele Ausbildungsmethoden und Traditionen wirkten jedoch in Reiterei, Pferdezucht und sportlicher Nutzung weiter. Der Begriff gehört deshalb klar zur Kultur- und Nutzungsgeschichte des Pferdes.
Für die historische Einordnung ist wichtig, die damalige Nutzung von Pferden im jeweiligen gesellschaftlichen und technischen Umfeld zu betrachten und heutige Haltungs- und Tierschutzmaßstäbe nicht unbesehen auf frühere Epochen zu übertragen.
