Remonte
historische Bezeichnung für ein junges, für Reit- und besonders Militärdienst anzukaufendes und auszubildendes Pferd.
Als Remonte bezeichnete man historisch ein junges Pferd, das für den Einsatz unter dem Sattel, besonders für Kavallerie und andere militärische Dienste, angekauft und ausgebildet wurde. Der Begriff konnte außerdem die Beschaffung solcher Nachwuchspferde bezeichnen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die Remontierung ein eigener organisatorischer Bereich vieler Armeen.
Die Ausbildung einer Remonte sollte das junge Pferd schrittweise an Reitergewicht, Hilfen, Gelände und militärische Anforderungen gewöhnen. Historische Anleitungen zeigen, dass dafür eigene Ausbildungsgrundsätze und längere Entwicklungsphasen vorgesehen waren. Remontedepots dienten dazu, angekaufte Pferde zu sammeln, aufzuziehen und für den späteren Truppendienst vorzubereiten.
In der heutigen Reiterei wird Remonte teilweise noch als traditionsreicher Ausdruck für ein junges Pferd in der Grundausbildung verwendet. Die militärische Bedeutung ist jedoch historisch. Der Begriff erklärt damit, warum ältere Reitlehren häufig von Remonten sprechen und weshalb die systematische Ausbildung junger Pferde eng mit der Geschichte von Kavallerie und staatlicher Pferdezucht verbunden ist. In historischen Texten findet man daher auch Begriffe wie Remontedepot, Remontierung und Remontepferd für diesen gesamten Bereich.
