Grubenpferd
Arbeitspferd des historischen Bergbaus, das unter Tage Förderwagen und andere Lasten zog.
Grubenpferde waren Arbeitspferde, die im Bergbau unter Tage zum Ziehen von Förderwagen eingesetzt wurden. Vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert ersetzten oder ergänzten sie menschliche Zugkraft auf Strecken, auf denen noch keine leistungsfähige maschinelle Förderung vorhanden war. Die Tiere mussten sich in engen, dunklen und lauten Arbeitsumgebungen bewegen können.
Für den Einsatz wurden geeignete Pferde ausgewählt und an die besonderen Bedingungen gewöhnt. Haltung, Fütterung, Hufpflege und Arbeitszeiten mussten unter Tage organisiert werden. Entgegen einer verbreiteten Vorstellung lebten nicht alle Grubenpferde dauerhaft im Bergwerk; Einsatzbedingungen unterschieden sich nach Zeche, Region und Zeit. Mit der zunehmenden Mechanisierung verschwanden sie schrittweise aus dem Bergbau.
Heute erinnert der Begriff Grubenpferd an eine besondere Verbindung von Pferdearbeit und Industriegeschichte. Er steht für eine Epoche, in der Pferde nicht nur in Landwirtschaft, Militär und Verkehr, sondern auch tief unter der Erde wichtige Zugleistungen erbrachten. Museen und historische Quellen dokumentieren diese Arbeitswelt. Die Arbeit verlangte ruhige, zugkräftige Pferde, die auf engem Raum zuverlässig mit Menschen und technischen Anlagen zusammenarbeiteten.
