Koppen
Orale Stereotypie des Pferdes, bei der wiederholt Luft eingesogen wird, häufig nach Aufsetzen der Schneidezähne auf eine feste Kante.
Koppen ist eine orale Stereotypie des Pferdes. Beim klassischen Aufsetzkoppen greift das Tier mit den Schneidezähnen an eine feste Kante, spannt die Halsmuskulatur an und zieht Luft in den Rachenraum. Manche Pferde zeigen ein ähnliches Luftschnappen auch ohne feste Auflage. Das Verhalten wiederholt sich oft nach einem gleichförmigen Muster.
Koppen wird mit Haltungs- und Fütterungsfaktoren sowie individueller Veranlagung in Verbindung gebracht. Stallhaltung, wenig Sozialkontakt und große Mengen konzentrierten Futters können das Risiko erhöhen. Ist die Stereotypie einmal etabliert, verschwindet sie häufig nicht vollständig, selbst wenn die Haltung später verbessert wird.
Strafen oder schmerzhafte Vorrichtungen lösen die Ursache nicht und können das Wohlbefinden weiter beeinträchtigen. Sinnvoll ist eine fachliche Prüfung von Raufutterversorgung, Fresszeiten, Bewegung, Sozialkontakt und gesundheitlichen Faktoren. Koppen ist kein „Ungehorsam“, sondern ein ernst zu nehmendes, fest eingeprägtes Verhalten. Bei einem betroffenen Pferd sollte das Management deshalb auf Ursachen und Belastungen ausgerichtet werden. Frühes Erkennen ungünstiger Haltungsfaktoren ist besonders wichtig, weil sich stereotype Verhaltensmuster mit zunehmender Dauer stärker festigen können.
