Losgelassenheit
Körperlicher und mentaler Ausbildungszustand, in dem sich das Pferd ohne unnötige Spannung rhythmisch und elastisch bewegt.
Losgelassenheit beschreibt in der Pferdeausbildung einen Zustand, in dem sich das Pferd körperlich und mental ohne unnötige Spannung bewegt. Die Muskulatur soll rhythmisch an- und entspannen können, der Rücken mitschwingen und die Bewegung durch den ganzen Körper fließen. Gleichzeitig bleibt das Pferd aufmerksam und reagiert auf die Hilfen, ohne hektisch oder fest zu werden.
In der klassischen Ausbildung steht Losgelassenheit eng mit dem Takt am Anfang der Trainingsentwicklung. Regelmäßige Bewegung allein genügt nicht, wenn das Pferd den Rücken festhält, gegen die Hand drückt oder sich innerlich entzieht. Hinweise auf zunehmende Losgelassenheit können ein ruhiger Bewegungsablauf, gleichmäßige Atmung, kauende Maulbewegungen und die Bereitschaft zum Vorwärts-abwärts-Dehnen sein. Einzelne Zeichen beweisen den Zustand jedoch nicht für sich allein.
Losgelassenheit ist keine Müdigkeit und kein kraftloses Dahinschlurfen. Sie bildet vielmehr die Grundlage dafür, dass Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und später Versammlung entwickelt werden können, ohne die Beweglichkeit des Pferdes durch übermäßige Spannung einzuschränken.
Sie muss in jeder Trainingseinheit neu hergestellt und erhalten werden.
