Griffelbein
Paar schlanker seitlicher Mittelhand- oder Mittelfußknochen des Pferdes, die als reduzierte Reste früherer Zehen erhalten sind.
Die Griffelbeine sind zwei schlanke Knochen, die beim Pferd seitlich hinter dem großen Röhrbein verlaufen. Anatomisch entsprechen sie dem zweiten und vierten Mittelhand- beziehungsweise Mittelfußknochen. Sie reichen nicht bis zum Fesselgelenk, sondern enden weiter oben in kleinen knöchernen Verdickungen.
Im Laufe der Evolution wurden seitliche Zehen beim Pferd stark reduziert. Die Griffelbeine sind Überreste dieser früher vollständiger ausgebildeten Strahlen. Trotzdem sind sie nicht funktionslos: Sie tragen zur Stabilität des oberen Mittelhand- und Mittelfußbereichs bei und stehen über Bänder mit dem Röhrbein in Verbindung.
Verletzungen oder knöcherne Zubildungen an Griffelbeinen können bei Pferden Schmerzen verursachen, besonders wenn benachbarte Strukturen gereizt werden. Der Begriff „Überbein“ wird umgangssprachlich häufig für sichtbare knöcherne Verdickungen in diesem Bereich verwendet, ist aber nicht mit dem Griffelbein selbst gleichzusetzen. Anatomisch gehören Griffelbeine zum Skelett der distalen Gliedmaße. Die unteren Enden der Griffelbeine sind am Pferdebein tastbar und dienen bei Untersuchung und bildgebender Diagnostik als wichtige anatomische Orientierungspunkte.
