Beckenflexur
Markante Biegung des großen Kolons, an der das linke ventrale in das linke dorsale Kolon übergeht.
Die Beckenflexur ist eine markante Biegung des großen Kolons im linken hinteren Bauchraum. Hier geht das linke ventrale Kolon in das linke dorsale Kolon über. Dabei verändert sich der Durchmesser des Darms deutlich und der Verlauf kehrt seine Richtung um. Diese Kombination macht die Region anatomisch besonders auffällig. Auch mikrobiologisch ist die Region interessant, weil Untersuchungen Unterschiede zwischen Gemeinschaften vor und nach der Beckenflexur gezeigt haben.
Die Beckenflexur ist ein häufiger Ort für Verstopfungen. Faserreicher oder trockener Darminhalt muss eine relativ enge Stelle passieren, bevor er in den weniger ausgesackten dorsalen Kolonabschnitt gelangt. Bei tierärztlichen Untersuchungen ist die Beckenflexur deshalb ein wichtiger Orientierungspunkt und kann je nach Füllung bei einer rektalen Untersuchung ertastet werden.
Ihre Bedeutung beschränkt sich nicht auf Kolikerkrankungen. Die Beckenflexur zeigt anschaulich, wie stark sich Durchmesser, Form und Beweglichkeit des Pferdedarms innerhalb kurzer Strecken ändern. Sie gehört funktionell zum fermentierenden Hinterdarm und steht in direkter Verbindung mit den übrigen Abschnitten des großen Kolons.
