Pferdebahn
Historisches schienengebundenes Verkehrssystem, bei dem Pferde Personen- oder Güterwagen auf Gleisen zogen.
Eine Pferdebahn war eine schienengebundene Bahn, deren Wagen von Pferden gezogen wurden. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kamen solche Systeme vor allem im städtischen Personenverkehr und teilweise im Gütertransport zum Einsatz. Die Schienen reduzierten den Rollwiderstand und ermöglichten es einem Gespann, vergleichsweise schwere Wagen zu bewegen.
Der Betrieb erforderte deutlich mehr Pferde als gleichzeitig vor den Wagen liefen. Nach begrenzten Einsatzzeiten mussten die Tiere ausgespannt, versorgt und durch frische Pferde ersetzt werden. Ställe, Futterlogistik, Hufpflege und Personal waren deshalb ein zentraler Teil des Verkehrssystems.
Mit elektrischen Straßenbahnen und motorisierten Omnibussen verschwanden Pferdebahnen weitgehend aus dem regulären Verkehr. Historische Anlagen und Museumsbahnen erinnern heute daran, welche Bedeutung Pferde für die Entwicklung moderner Städte hatten. Der Begriff zeigt besonders anschaulich, dass Pferde nicht nur in Landwirtschaft und Militär arbeiteten, sondern auch ein wesentlicher Teil früher öffentlicher Verkehrssysteme waren.
Für die historische Einordnung ist wichtig, die damalige Nutzung von Pferden im jeweiligen gesellschaftlichen und technischen Umfeld zu betrachten und heutige Haltungs- und Tierschutzmaßstäbe nicht unbesehen auf frühere Epochen zu übertragen.
