Herdenbindung
soziale Bindung eines Pferdes an seine Gruppe oder einzelne vertraute Artgenossen.
Herdenbindung beschreibt die soziale Beziehung eines Pferdes zu seiner Gruppe und zu einzelnen vertrauten Artgenossen. Pferde sind soziale Tiere und bilden innerhalb stabiler Gruppen bevorzugte Partnerschaften. Diese Beziehungen zeigen sich etwa durch räumliche Nähe, gemeinsames Ruhen, Sozialfellpflege oder ruhiges Folgen beim Ortswechsel.
Eine starke Bindung ist grundsätzlich normal. Problematisch kann sie werden, wenn ein Pferd bei jeder kurzfristigen Trennung in ausgeprägte Unruhe gerät, ruft, rennt oder sich kaum noch führen und beschäftigen lässt. Dann spielen neben der individuellen Beziehung auch Gewöhnung, Haltungsbedingungen und Lernerfahrungen eine Rolle. Ziel ist nicht, soziale Bindungen zu verhindern, sondern dem Pferd sichere Trennungssituationen schrittweise verständlich zu machen.
Für die Haltung bedeutet Herdenbindung, dass Gruppenwechsel nicht beliebig behandelt werden sollten. Neue Pferde brauchen Zeit, um Beziehungen und Abstandregeln zu entwickeln. Stabile Kontakte können Wohlbefinden fördern. Gleichzeitig sollte ein Pferd lernen, für kurze Zeit mit dem Menschen die Gruppe zu verlassen, ohne dass daraus unnötiger Stress oder ein Sicherheitsproblem entsteht.
