Weben
Rhythmische Bewegungsstereotypie, bei der ein Pferd wiederholt Gewicht, Kopf und Hals seitlich hin und her verlagert.
Weben ist eine Bewegungsstereotypie bei Pferden. Das Tier verlagert sein Gewicht wiederholt von einer Vordergliedmaße auf die andere und bewegt dabei häufig Kopf und Hals rhythmisch mit. Besonders oft tritt das Verhalten an der Boxentür, an einem Fenster oder an einer Stelle auf, von der aus andere Pferde oder Aktivitäten beobachtet werden können.
Die stereotype Bewegung steht häufig mit eingeschränkter Haltung, Frustration oder mangelndem Sozialkontakt in Zusammenhang. Pferde mit mehr Kontakt zu Artgenossen, mehr Bewegung und ausreichendem Raufutter zeigen solche Verhaltensprobleme tendenziell seltener. Ist Weben über längere Zeit gefestigt, kann es dennoch trotz verbesserter Bedingungen bestehen bleiben.
Das Pferd einfach am Weben zu hindern, ohne die Haltung zu verändern, löst das zugrunde liegende Problem nicht. Sinnvoll ist eine systematische Prüfung von Sozialkontakt, Auslauf, Fütterung und Stressoren. Weben ist deshalb weniger eine schlechte Angewohnheit als ein Hinweis darauf, dass Management und individuelle Bedürfnisse des Pferdes genauer betrachtet werden sollten. Je früher belastende Rahmenbedingungen verbessert werden, desto größer ist die Chance, Häufigkeit und Intensität des Verhaltens günstig zu beeinflussen.
