Rosse
Sexuell empfängliche Phase des Stutenzyklus, in der Follikelreifung und Eisprung stattfinden.
Rosse bezeichnet bei der Stute die Phase des Zyklus, in der sie sexuell empfänglich ist. Medizinisch wird sie als Östrus bezeichnet. In dieser Zeit wächst meist ein dominanter Follikel heran, Östrogene wirken stärker, und der Eisprung rückt näher.
Typische Rossezeichen können häufigeres Urinieren, Schweifanheben, eine charakteristische Stellung der Hinterhand und gesteigerte Akzeptanz eines Hengstes sein. Die Ausprägung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Pferde zeigen nur dezente Verhaltensänderungen, andere reagieren deutlich.
Bei Stuten in der natürlichen Zuchtsaison dauert die Rosse meist mehrere Tage. Sie endet nach dem Eisprung mit zunehmender Progesteronwirkung des Gelbkörpers. Rosseverhalten allein beweist jedoch nicht sicher, dass ein ovulationsfähiger Follikel vorhanden ist. Für gezieltes Zuchtmanagement werden deshalb Verhalten und gynäkologische Untersuchung kombiniert. Die Tageslänge beeinflusst, wann Stuten regelmäßig zyklisch werden. Beim Pferd können deshalb im Frühjahr längere und unregelmäßige Rossephasen auftreten, obwohl noch kein normaler Eisprung stattfindet. Dieses Übergangsstadium ist physiologisch. Deshalb gehört die Jahreszeit immer zur Interpretation des Verhaltens.
