Lacertus fibrosus
Fibröse Verbindung zwischen Bizeps und Karpusstrecker, die beim Pferd Teil des passiven Vordergliedmaßen-Stehapparats ist.
Der Lacertus fibrosus ist eine kräftige bindegewebige Verbindung in der Vordergliedmaße des Pferdes. Er zieht vom sehnigen Anteil des Musculus biceps brachii zum Bereich des Musculus extensor carpi radialis. Dadurch verbindet er funktionell Schulter- und Ellenbogenregion mit dem Karpus.
Diese Struktur ist ein wichtiger Teil des passiven Stehapparats. Zusammen mit Bizepssehne und den sehnigen Anteilen der beteiligten Muskeln entsteht ein langer Faserzug entlang der Vorderseite der Gliedmaße. Unter Belastung hilft er, ein Einknicken des Karpus und eine übermäßige Beugung im Schulterbereich zu begrenzen.
Beim Pferd ist der Lacertus fibrosus besonders ausgeprägt und trägt dazu bei, dass die Vordergliedmaße beim ruhigen Stehen mit geringem Muskelaufwand stabil bleiben kann. Er ist kein eigener Muskel und auch keine klassische freie Sehne, sondern eine breite fibröse Verbindung zwischen zwei funktionell gekoppelten Muskel-Sehnen-Systemen. Beim Anheben der Gliedmaße wird dieses starre System gelöst; beim belasteten Bein spannt es sich wieder. So wechseln Haltefunktion und freie Bewegung beim Pferd.
