Zugpferd
Pferd, das über ein passendes Zuggeschirr Wagen, Geräte oder andere Lasten bewegt und dafür körperlich sowie ausbildungsmäßig geeignet sein muss.
Ein Zugpferd ist ein Pferd, das seine Kraft über ein Geschirr zum Ziehen von Wagen, Geräten oder Lasten einsetzt. Der Begriff beschreibt zunächst die Funktion und nicht zwingend eine bestimmte Rasse. Allerdings wurden für schwere Arbeit häufig kräftige Kaltbluttypen gezüchtet, während leichtere Aufgaben andere Pferde erforderten.
Damit Zugkraft sicher übertragen wird, müssen Geschirr und Anspannung zur Anatomie des Pferdes und zur Last passen. Besonders Brustblatt oder Kummet, Zugstränge und Deichselverbindung dürfen keine ungünstigen Druckpunkte erzeugen. Auch Boden, Steigung, Lastgewicht und Pausen bestimmen die tatsächliche Beanspruchung.
Zugpferde prägten Landwirtschaft, Transport und Industrie über Jahrhunderte. Sie bewegten Pflüge, Brauereiwagen, Postkutschen, Baumstämme und schwere Güter. Mit der Motorisierung gingen viele Einsatzbereiche verloren. In Forstwirtschaft, Tourismus und traditioneller Landwirtschaft werden Pferde jedoch weiterhin als Zugtiere genutzt. Der Begriff ist deshalb sowohl praktisch als auch kulturhistorisch ein zentraler Bestandteil der Geschichte des Arbeitspferdes.
Für die historische Einordnung ist wichtig, die damalige Nutzung von Pferden im jeweiligen gesellschaftlichen und technischen Umfeld zu betrachten und heutige Haltungs- und Tierschutzmaßstäbe nicht unbesehen auf frühere Epochen zu übertragen.
