Weiße Linie
Schmale anatomische Grenzzone an der Hufunterseite zwischen Hufwand und Sohle.
Die weiße Linie ist an der Unterseite des Pferdehufs als schmaler Übergangsbereich zwischen Hufwand und Sohle zu erkennen. Trotz ihres Namens wirkt sie nicht immer rein weiß. In der Hufanatomie zeigt sie von außen den Bereich an, in dem die Hornstrukturen der Wand mit dem lamellären Bereich des Hufs verbunden sind.
Beim frisch gereinigten Huf lässt sich die weiße Linie rund um die Sohle verfolgen. Ihre Lage hilft dabei, Wand, Sohle und die tragenden Bereiche des Hufs voneinander zu unterscheiden. Fachquellen beschreiben sie zugleich als äußeren Hinweis auf die Lamellenverbindung zwischen Hufwand und Hufbein. Damit ist sie anatomisch mehr als nur eine optische Farblinie.
Verbreiterungen, Verfärbungen oder aufgelockerte Bereiche können bei der Hufkontrolle auffallen, sind aber ohne weitere Untersuchung nicht automatisch einer bestimmten Ursache zuzuordnen. Der Begriff weiße Linie bezeichnet zunächst die anatomische Grenzzone. Für eine fachliche Bewertung müssen Hufwand, Sohle, Belastung und übriger Hufzustand zusammen betrachtet werden.
Bei der Hufbearbeitung dient ihr Verlauf zudem als praktische Orientierung zwischen Wand- und Sohlenhorn.
